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Juristenwitze

Hat Justitia Humor? Gute Frage. Immerhin gab es vor Jahrzehnten einmal eine Serie im deutschen Fernsehen mit dem Namen: „Das königlich bayrisches Amtsgericht“. Allerdings erhebt sich da die Frage, ob sich die Zuschauer tatsächlich über die juristischen Irrungen und Wirrungen amüsiert haben oder mehr über das krachlederne Ambiente. Jedenfalls verübten der herr gerichtsrat und der Amtsdiener wöchentlich immer wieder aufs neue vorsätzlich Angriffe auf die Lachmuskeln der Fernsehzuschauer der siebziger Jahre. Offenbar war auch das juristische Leben so ernst nicht.


Juristenwitze

Alibi

Richter: „Wo waren Sie gegen 5 und 6?“ Angeklagte: „Im Kindergarten!“

Anwalt Gebühren

„Herr Anwalt, darf ich fragen, was Sie an Gebühren nehmen?“ „Ja, 1000€ für 3 Fragen.“ „Ist das nicht überteuert?“ „Wie lautet die 3. Frage?“

Zähne ausgeschlagen

„Angeklagter, wieso haben Sie dem armen alten Mann vier Zähne ausgeschlagen?“ „Er hatte nicht mehr, Herr Richter“

Zeugen

Richter und Angeklagter: „Wo waren Sie in der fraglichen Nacht zwischen 1 Uhr und 4 Uhr?“ „Im Bett.“ „Zeugen?“ „Ich habs versucht.“

Auto gestohlen

„Angeklagter, wie kamen Sie auf den Gedanken, das Auto zu stehlen?“ „Na ja, es stand vor dem Friedhof und ich dachte der Besitzer sei tot.“

Fernseher gestohlen

„Schämen Sie sich nicht, in Ihrem Alter einen Fernseher zu stehlen?“ „Aber in meiner Jugend, Herr Richter, gab es doch keine!“

Sohn will Rechtsanwalt werden

„Was will Ihr Sohn später einmal werden?“ „Rechtsanwalt. Er streitet gerne, mischt sich ständig ein und weiß immer alles besser.“

Anwalt Smalltalk

Fragt ein Anwalt den anderen: „Na, wie gehts?“ Sagt der andere: „Kann nicht klagen!“

Alter der Angeklagten

Der Richter fragt die Angeklagte: „Ihr Alter?“ Angeklagte: „Der wartet draußen!“

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Was ist an Juristen komisch?

Eigentlich kann man sich nichts Trockeneres vorstellen: Die armen Juristen, seien es jetzt Staatsanwälte, Richter oder Verteidiger versauern tagaus, tagein hinter riesigen staubigen Aktenbergen und wenn sie dann endlich mal Auslauf bekommen und sich im Gerichtssaal auch mal einer kleinen Öffentlichkeit stellen dürfen, dann sind sie in der Regel in so ein enges formales Korsett gezwängt, wie ein Pfarrer in seine Liturgie, dass sie noch nicht einmal vor den Schranken des Gerichts so richtig aus sich raus können. Trotzdem gehören Juristenwitze erstaunlicherweise zu den ältesten Witzen über Berufsgruppen. Schon bei den alten Römern findet man jede Menge Spott über Advokaten und Richter. Nun waren die Römer seit eh und je ziemlich spitzzüngig und es wundert nicht, dass sie sich auch vor etwas so Vornehmen wie Gerichten nicht abschrecken ließen. Allerdings waren Gerichtsverhandlungen in römischer Zeit alles andere als eine zurückhaltende, stille und wohlgeordnete Veranstaltung, im Gegensatz zu dem, wie das heute in deutschen Gerichtssälen abläuft. Verhandlungen waren damals auch ein Stück Unterhaltung. Anwälte der einen wie der anderen Seite mussten gute Schauspieler sein, um die gaffende und grölende Meute zu beeindrucken, denn nicht selten beeindruckte genau die den Richter. Viele schlaue Rechtsgrundsätze sind uns von den Römer überliefert. Leider befasst sich keiner mit dem Thema: Humor und Justitia. Aber was ist nun tatsächlich komisch an Juristen? Sie tragen komische schwarze Umhänge und sehen damit alles aus wie Harry Potter? So witzig ist das auch wieder nicht. Da bieten die Briten schon mehr. Wer dort im Namen der Gesetze und der Gerechtigkeit vor die Schranken des Gerichts tritt, muss sich eine furchtbar alte, meistens leicht stinkende und etwas gepuderte weiße Perücke auf den Kopf setzen. Nun sagt man den Briten ja einen speziellen Humor nach. Diese Perücken gehören zweifellos dazu.

Wie funktionieren Juristenwitze?

Ein Jurist, ob nun Richter oder Rechtsanwalt, hat qua Amt erst einmal die Wahrheit gepachtet. So wie die Ärzte Götter in weiß sind, sind Juristen Götter in schwarz. Allerdings hinkt der Vergleich ein wenig. Wenn Ärzte um den Patienten herumstehen, haben sie für den in der Regel nur Gutes im Sinn. Das lässt sich von Juristen so jetzt nicht uneingeschränkt sagen. Aber so, wie das Wissen der Ärzte für den Laien die Mystik eines Geheimwissens hat, so ähnlich ist das auch bei Juristen. Einen Unterschied gibt es jedoch. Während sich der Mediziner normalerweise auf dem unerschütterlichen Boden der Naturwissenschaften bewegt, sind Juristen oft auf schwankendem Boden unterwegs. Nicht umsonst heißt es, dass Menschen vor Gericht und auf Hoher See in Gottes Hand seien. Und so muss der Jurist in der Welt des Humors stets mit dem latenten Verdacht leben, mehr an sein Anwaltshonorar, als an seinen Klienten zu denken. Der Jurist, der selbst zum Betrüger wird, ist daher ein sehr beliebtes Versatzstück beim Juristenwitz. Dann gibt es natürlich den klassischen Winkeladvokaten, der mit wahnwitzigen Tricks seinen Mandanten raushaut. Auch hier hat der Anwalt eher ein zwielichtiges Image. Oft spielen Richter, Anwälte und Staatsanwälte auch im Witz völlig unterschiedliche Rollen. Staatsanwälte müssen häufig die Rolle des Bösewichts übernehmen, der nun von einem cleveren Anwalt ausgetrickst wird. Ganz anders sieht das bei Richtern aus. Sie sind häufig nur die Stichwortgeber. Wenn sie eine Hauptrolle in einem Witz übernehmen, dann ist es eher die der weisen, eher belehrenden moralisch kaum Oberinstanz.

Böse Wichte

Grundsätzlich gibt es zwei große Arten von Juristenwitzen. Die einen drehen sich sozusagen um sich selbst. Sie beginnen sehr stereotyp mit dem klassischen Satz: „Treffen sich zwei Juristen...“ Dann wird es stets um die eigene Befindlichkeit im Beruf gehen. Es wird über mangelndes Honorar und unverständige Richter geklagt. Häufig findet in solche Witze auch noch ein lateinischer Spruch Eingang, dessen Bedeutung dem Normalsterblichen leider verborgen bleibt. Diese Insider befördern natürlich nur die andere Art von Witzen, in denen die Anwälte deutlich schlechter wegkommen. Spätestens hier kommt dann auch der Angeklagte ins Spiel. In vielen Witzen ist seine Rolle eigentlich die, den Anwalt zu entlarven, häufig nach dem Prinzip, „des Kaisers neue Kleider“. Da wird die Arroganz und die vermeintliche Überlegenheit aufgespießt. Der offenbar minderbemittelte Klient schließt sich dann in seinem Schlusswort „den Ausreden meines Verteidigers an.“ Da ist dann die ganze Mühe des Advokaten vergebens. Es gibt eine ganze Reihe von Witzen die ebenso aufgebaut sind. Der Anwalt baut mit seinen Händen mühsam ein kunstvolles Verteidigungskonstrukt auf, das sein Klient anschließend mit dem Allerwertesten wieder einreißt. Es ist völlig klar, auf was dieser Witz basiert: Auf der reinen Schadenfreude. Und die hat sich der Anwalt zuvor im wahrsten Sinne des Wortes teuer bezahlen lassen. So bleibt denn als Fazit, dass Anwälte eben auch nur Menschen wie Du und ich sind. Sie sind höchstens ein wenig gleicher als die anderen, haben oft mehr Geld und sind so schlau, dass sie dank ihrer Schläue immer mal wieder auf der Nase landen. Dabei wäre das Leben ohne Anwälte bedeutend ärmer, aber mancher Klient dafür viel reicher.